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wurzeln &
flügel

autoren: florian meissner, anna brackhagen, lisa wunder
datum: feb-2026
ausbildungsinstitution: wettbewerb

 

 

kurzbeschreibung

„Wurzeln & Flügel“ steht für eine neue Haltung im Umgang mit dem baulichen Erbe der Gesundheitsinfrastruktur. (Bewahren, was trägt und weiterentwickeln.) Die Grundstruktur des Gebäudes „die Wurzeln“ bleiben sichtbar und erhalten, während ihm neue „Flügel“ in Form von zeitgemäßen Nutzungen wachsen. Wurzeln & Flügel versteht sich als ein Pilotprojekt für die Umnutzung leerstehender Krankenhaus-strukturen. Der Bestand wird als tragfähige Grundlage für Wohn-, Pflege- und Gemeinschaftsformen genutzt. Räumliche und soziale Strukturen werden in einem neuen Zusammenhang gedacht und an heutige gesellschaftliche Anforderungen angepasst. Pflege wird nicht als eigenständige Funktion organisiert, sondern Teil des alltäglichen Lebens. Es bietet eine zukunftsfähige Antwort auf demografische, soziale und räumliche Veränderungen.
 

Unser Konzept versteht sich als pilot- und beispielhaftes Modell für die Umnutzung leerstehender Krankenhausstrukturen. Es zeigt, wie aus ehemaligen Orten der medizinischen Versorgung neue Wohn- und Lebensformen entstehen können, in denen Pflege, Familienalltag und gemeinschaftliches Leben miteinander verbunden werden. So entsteht eine zukunftsfähige Antwort auf demografischen Wandel und soziale Veränderungen. Im Mittelpunkt steht die Idee eines Gesundheitshauses mit generationsübergreifendem Wohnen. Ein ehemaliges Krankenhaus wird dabei nicht nur weitergenutzt, sondern in seiner Bedeutung transformiert: vom Ort der medizinischen Heilung hin zu einem Ort der sozialen Verbindung. Die vorhandene Bausubstanz wird dabei weitestgehend erhalten und umgenutzt, anstatt sie zu überformen. Zentral ist eine Pflegeeinrichtung mit besonderem Fokus auf ältere Menschen sowie Menschen mit Demenz und anderen kognitiven Einschränkungen. Ergänzend entstehen differenzierte Wohnangebote für Familien, Pflegekräfte, Studierende und Auszubildende, organisiert in Wohngemeinschaften und Clusterwohnungen. Auf diese Weise wird nicht nur dringend benötigter Wohnraum geschaffen, sondern auch ein soziales Gefüge, in dem sich Generationen im Alltag begegnen, unterstützen und voneinander profitieren können. Studien belegen, dass solche intergenerationellen Wohnformen Einsamkeit reduzieren und die Lebensqualität erhöhen. Das ehemalige Krankenhaus entwickelt sich so zu einem lebendigen Quartier, in dem Pflege stärker in das gemeinschaftliche Leben integriert wird. 

 

Die ökologische und soziale Grundlage des Projekts bildet die energetische Sanierung sowie die konsequente Weiterverwendung bestehender Strukturen und Bauteile. Die charakteristische Fassadenstruktur wird aufgenommen und weiterentwickelt: Die horizontale Bandfassade bleibt in abstrahierter Form erhalten, wird jedoch aufgelöst und in Schichten gestaffelt. Größere Fensteröffnungen bringen mehr Tageslicht in die tiefen Wohnräume, während Bepflanzung zugleich als zusätzlicher Schallschutz gegenüber der angrenzenden Straße dient.

Beim Umbau kommen überwiegend nachhaltige Materialien zum Einsatz. Innenwände werden in Holzleichtbauweise mit integrierten Lichtbändern ausgeführt, Wohnungstrennwände als Holzständerkonstruktionen mit geeigneter Dämmung und Brandschutz. Ergänzend werden Holzrahmenfenster, wiederverwendete Materialien sowie mineralische Baustoffe eingesetzt. Die Fassade wird gedämmt und teilweise verputzt, in Anlehnung an lokale Bautraditionen.

Das bestehende Betonskelett bleibt erhalten und nutzt so die im Gebäude gebundene graue Energie. Auch Treppenanlagen, Aufzüge und Teile des Bestands werden ertüchtigt und weiterverwendet. Nicht mehr geeignete Innenstrukturen werden zurückgebaut und an die Anforderungen des Wohnens angepasst, sodass insgesamt ein nachhaltiges, ressourcenschonendes und zukunftsfähiges Quartier entsteht.

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