.arch.kunst
stehgreif:
haus ohne
garten
autoren: florian meissner + undigested (berlin)
datum: april-2026 bis mai-2026
ausbildungsinstitution: tum
kurzbeschreibung
In Deutschland existieren rund 16 Millionen Einfamilienhäuser. Viele von ihnen wurden für einen spezifischen Lebensabschnitt entworfen und können den wechselnden Anforderungen ihrer Bewohner nur für einen begrenzten Zeitraum gerecht werden. Aus diesem latenten Anpassungsdruck heraus wurden zahlreiche Häuser im Laufe der Zeit mehrfach angebaut. Für einen Kurzentwurf wurde exemplarisch ein solches Haus mit einer ungewöhnlich engen Gartensituation untersucht. In einem Stehgreif entstand eine Intervention, die sich der Neuverbindung von Wohnraum und Garten widmet. Erst durch den Eingriff wird der über Jahre durch Wintergärten und Anbauten verengte Außenraum wieder nutzbar und räumlich erfahrbar. Die Fassade zum Garten wird geöffnet und durch ein silbern schimmerndes, gefaltetes Band aus Fensterelementen ergänzt. Die neu geneigten Ebenen richten den Blick zum Himmel und erweitern den Gartenraum vertikal. Eine der nicht unterbauten Garagen wird zurückgebaut, sodass der Garten um das Haus bis auf den Vorplatz geführt werden kann. Im Innenraum wird die Küche zum Garten hin verlegt und stärker mit dem Außenraum verknüpft. Das Motiv der Faltung bildet die zentrale gestalterische Idee des Entwurfs. Es prägt sowohl die Verglasungen und Öffnungen zum Garten als auch die Einbaumöbel und Oberflächen.
In Kooperation mit UNDIGESTED (Designstudio, Berlin) wurden unter diesem Leitmotiv verschiedene skulpturale Möbelgriffe und Lichtschalter entwickelt, die sich an die unterschiedlichen Nutzungsweisen der Möbel anpassen.




















